Ich melde mich live von meinem Büroplatz in der Kaserne. Bis auf Weiteres dürfen wir nämlich nicht aus der Kaserne raus und bleiben somit übers Wochenende hier. 

Weil ich einen Jokertag einsetzte, begann die Woche für mich erst am Dienstag. Nun ja, als wirklich ereignisreich zeigte sich diese allerdings auch nicht. Zwar habe ich mehr Arbeit bekommen, aber ich kann und darf nicht viel über diese berichten. 

Wie schon überall in den Medien erwähnt, ist auch COVID-19 bei uns ein grosses Thema. Wir dürfen uns einander nicht mehr als 2m nähern was z.B. das Essen schwierig macht. An den Tischen sind nun die Stühle versetzt und die einzelnen Züge haben gestaffelte Zeiten bzw. seperate Räume. Am Boden hat es überall Klebestreifen, die uns zeigen, wo wir hinstehen dürfen und alle 3 Stunden werden die Türklinken desinfisziert. Möglicherweise werden wir sogar in den Einsatz gerufen. Was wir dann genau machen werden, weiss noch keiner so genau.

Die Situation ist sehr speziell und mich nimmt es wunder, wie es mir und den Kameraden geht, wenn wir noch länger hier bleiben werden. Wie man bei den riesigen Postmengen merkt, sorgt ihr euch gut um eure Rekruten. 😊

Heute Samstag hatten wir am Morgen noch Ausbildung und am Nachmittag technischen Dienst. Das heisst für mich: Am Morgen ins Büro weil ich wegen meinen Dispensen nicht teilnehmen darf und am Nachmittag frei mit Unterbruch für die Büroordonnanz Prüfung. Nächste Woche werden wir inspiziert und anhand vom Test wissen wir, was wir bis dann verbessen müssen. Immerhin haben wir den Abend frei und dürfen auch unseren Alkohol trinken. Zum Glück hat mir Mami einen sehr feinen Weisswein geschickt, welchen ich mit meinen Kameraden geniessen kann. So lässt es sich gut in den Sonntag starten. 

Morgen haben wir einen Brunch. Ich bin sehr gespannt darauf, was die Armee unter Brunch versteht. Wenn ich das Essen dieser Woche im Hinterkopf habe, kann dies nichts gutes heissen...
Danach kann man zwischen Chillen, Badminton und sonst Sport auswählen. Natürlich habe ich mich für ersteres entschieden. Scheinbar werden wir laufend kontrolliert, ob wir auch wirklich den Sicherheitsabstand einhalten. Darüber berichte ich dann aber nächste Woche. 

Generell fällt die Stimmung relativ im Sturzflug in Richtung Keller. Dies drückt schon etwas aufs Gemüt, aber wir versuchen das beste daraus zu machen. Momentan sammeln sich einfach ganz viele kleine Sachen zusammen und ergeben einen riesigen Ball aus Frust, Demotivation und Unsicherheit. Aber solange wir zusammenhalten und uns einander unterstützen, kommt es gut. 

Also, bleibt gesund und schaut aufeinander!

Lied der Woche: Henri Henrisson - Tim Toupet

Kommentare   

+2 #1 Ingenhoff 2020-03-22 15:27
Hoi Sophie. Danke für Deinen interessanten Bericht. Ja, Covid19 schränkt alle Aktivitäten des Alltags ein. Dies nicht nur in der Kaserne. Hoffe für Dich, dass die Moral und Motivation der Truppe sich stark verbessert. Liebe Grüsse Per-Kristian
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