Man könnte meinen, ich sei ein totaler Anfänger, wenn es ums Zugfahren geht. Durch ein kleines Missverständnis mit meinen Gspäänli verpasste ich den Zug in Zürich und durfte mich eine Stunde später auf den Weg nach Payerne machen. Nichtsdestotrotz war ich dann noch pünktlich.
Ich merke, wie der Stress der Grundausbildung langsam etwas abnimmt. Am Montag lernten wir primär, mit welchen Mitteln wir uns der Situation entsprechend verteidigen können. Gegen Abend gab es dazu noch einen Test, wobei ich glücklicherweise in der ersten Gruppe war. Alle anderen mussten das im Dunkeln erledigen, was sich als sehr mühsam herausgestellt hat. Versuche mal bei Dunkelheit zu sehen, ob dein Gegenüber etwas in der Hand hält oder nicht.
Dienstags zog es unseren Zug auf den Schiessplatz. Zu Beginn hatten wir noch weitere Sanitätslektionen bei denen wir versuchten, unsere 'verletzten' Kameraden aus gefährlichen Orten zu bergen. Nun ja, ich weiss zwar nun wie es in der Theorie funktioniert, aber leider habe ich zu wenig Kraft diese auch umzusetzen. Dieser Fakt wurde mit viel Gelächter festgestellt, im Versuch meinen Kameraden am Boden nachzuziehen.
Einige Minuten später wechselten unsere Gruppen den Platz und wir konnten unser bereits gelerntes Erste-Hilfe-Können vertiefen. Genau in diesem Moment gab es einen Wetterumbruch und es begann zu hageln! Die Bäume, die 10 Minuten zuvor neben mir standen, sind umgenickt und überhaupt hatte man das Gefühl, die Welt ginge gleich unter. Die Vorgesetzten reagierten darauf hin super und wir konnten einfach andere Lektionen vorschieben. Schiffliversenkis mit dem Funkgerät war eine davon.
Der Mittwoch war ein wichtiger Tag für uns. Die erste grosse Übung war für diesen Tag angesagt. Dabei wurde uns unter anderem gezeigt, wie man ein schönes Biwak baut und auf was man sich alles so achten muss.
Zum Zmittag gab es den legendären 'Chilly Johnny' auf dem Notkocher gekocht. Zur Erklärung: der Chilly Johnny ist ein Chilli con Carne aus der Dose, welches seinen festen Platz in der militärischen Feldverpflegung ergattert hat. Es schmeckt recht gut aber scharf. Jedenfalls sollte man geduldig sein mit dem Kochen, da das rohe Essen scheinbar Magenprobleme auslösen kann. 😅
Als 'Highlight' des Tages erlebten wir unseren ersten Marsch. Dieser war zwar nur 5 km lang, aber durch nicht richtig erstellter Packung schmerzte meine Schulter stark. In der Kaserne angekommen war ich einfach froh alles abzulegen und zu essen.
Am Donnerstag ergatterte ich eine Menge Respekt von meinen Kollegen. Die Aufgabe war es zu testen, ob unsere Gasmaske funktioniert, wozu ein nach Bananen riechendes Gas in einer Kammer verteilt wurde. Wenn man es nicht roch, war die Maske dicht. Der nächste Schritt war freiwillig und ich habe ohne zu zögern zugestimmt. Es wurde in der selben Kammer Tränengas eingeflösst und einer nach dem anderen zog die Maske aus. Als ich an der Reihe war wurde ich plötzlich sehr nervös aber die Neugier überragte. Also legte ich meinen Schutz ab und einen Atemzug später wurde ich rausgezogen. Die Kameraden, die dem Versuch nicht einwilligten, standen mit Wasserflaschen draussen bereit. Denen war ich in diesem Moment sehr dankbar, dass sie mir das Wasser über den Kopf leerten. Es fühlte sich etwa so an, als ob das ganze Gesicht, und vorallem die Augenpartie, einfach so weggeäzt wird.
Auch diese Woche konnte ich bereits am Freitagabend nach Hause gehen. Am Morgen nach dem Morgensport schrieben wir noch eine Prüfung über den Wachtdienst. Es musste 100% richtig sein, damit man ihn bestanden hat. Ob ich dies erreicht habe, wird nächste Woche zeigen. Ansonsten mussten wir noch die Kaserne putzen und diesmal habe ich die mühsamste Aufgabe erhalten, die Schuhputzstände reinigen. Jedes einzelne Gräsli musste ich von Hand entfernen, da die Wasserbrause nicht wirklich dafür geeignet war. Irgendwann aber war dies auch geschafft und wir konnten uns fürs Abtreten bereit machen.
Die Woche ist super verlaufen und ich habe mich schon voll an den Alltag gewöhnt. Ach ja, ab nächster Woche werde ich vermutlich eine neue Adresse haben da ich in die Technische Ausbildung wechsle. Diese wird natürlich kommuniziert. 😊
Lied der Woche: Ozean - AnnenMayKantereit
Kommentare
Also mer händ 7x ide RS Friitigsabtrette, das förderet d Motivation
Liebi Grüessslii :)
- es git wichtigi Täg im Militär?
- am Friitig hei i de RS, wo gits denn das?
- wer zieht freiwillig d Gasmaske us bim Tränegas?
Dir schiints ja guet z gah im Militär, Huet ab!
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